Erasmus+ Projekt „Pimp up your brain“ – Projektergebnisse

Erasmus+ Projekt „Pimp up your brain“ – Projektergebnisse

Gehirn-gerechtes Lernen in der Erwachsenenbildung

Den Teilnehmern, besonders aus dem Integrationsbereich, mit Unterrichtskonzepten zu begegnen, die die Menschen direkt erreichen und die ihnen die Möglichkeit geben, das Gehirn beim Lernen optimal anzusprechen, zu fördern und einzusetzen, d.h. gehirngerecht zu lernen und zu lehren: das ist das Ziel in der Sprachvermittlung einer Gehirn-gerechten Bildung in der Erwachsenenbildung. Wie wir das machen und was wir noch besser machen könnten – das waren die zentralen Fragen im Erasmus+ Projekt Pimp Up Your Brain. Das Projekt fand im Mai seinen Abschluss. Unterstützung von aktivem Lernen und achtsames pädagogisches Handeln sind die Schlussfolgerungen für eine erfolgreiche Praxis.

Erfolgreiche Kopf-Arbeit hat viel Ähnlichkeit mit körperlicher Arbeit: Wir brauchen Wissen und Werkzeuge, eine Vorstellung vom Arbeitsergebnis, Abwechslung von Belastung und Entlastung sowie Spannung und Entspannung, Kontrolle über Zeit- und Kraft-Einteilung, Anerkennung von Mühen und Belohnung für Leistung. Damit wir das über eine längere Zeit hinweg machen können, müssen wir mit unseren geistigen Fähigkeiten pfleglich umgehen: sie aufbauen, sie weiterentwickeln, sie täglich benutzen und dazwischen gut ausruhen. Hier bietet die Erwachsenenbildung einen geschützten Rahmen.

Lernen im europäischen Wissensaustausch

Der Ausgangspunkt für den Austausch von pädagogischer Erfahrung mit unseren Kooperationspartnerinnen in Deutschland und Belgien war die gegenseitige Information über die Lehr-Lern-Bedingungen in den teilnehmenden Ländern.

Im ersten Lehrkräfte-Austausch 2019 in Magdeburg (D) ging es um die pädagogischen Rahmenbedingungen, um Stressbewältigung beim Lehren und Lernen und um die Verständigung über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Fazit: Lernen braucht Zeit und Raum und Verantwortung, da die Entscheidung über Lerninhalte, Lernzeiten und Lernerfolge von politisch-finanziellen Verhältnissen abhängt. Der Arbeitsplatz mit seinen Arbeitsbedingungen ist für die Lehrenden ausschlaggebend für den Arbeitsdruck. Dasselbe gilt für den Lernort und den Lerndruck. Mit gezielter, aktiver Stress-Bewältigung können wir dem alle besser standhalten. Lernförderlich gestalten können wir die Situation mit bewegungsorientierten, assoziativen und strukturierenden Darstellungen von Lerninhalten. Diese ermöglichen den Lernenden, an bestehenden Kenntnissen anzuschließen, Erfahrungswissen zu nutzen, aktiv Wissen aufzubauen.

Was gehirn-gerecht bedeutet

Im zweiten Lehrkräfte-Austausch 2019 in St. Pölten (Ö) standen Inhalte und Materialien im Mittelpunkt. Als Gradmesser für „gehirngerechte“ Verwendung galt ihre Auswirkung auf Motivation und Lernfortschritt. Sich mit Bewegungsabläufen in der Gruppe zu fokussieren, Kraft zu schöpfen und gemeinsam an einer Aufgabe zu arbeiten, schafft Zutrauen und Vertrauen. Bewährt haben sich Life Kinetik zur Verbesserung der körperlichen und geistigen Koordination, Lege-Material zum Strukturieren und in-Beziehung-Setzen von Lerninhalten, Kärtchen-Material für Sprech-Trainings, Karussell-Gespräche zum Austausch von Wissen und Erfahrung, deutungsoffene Bilder als Sprech-Impuls, Assoziationsketten zur Gehirn-Aktivierung.

Im dritten Lehrkräfte-Austausch 2021 im virtuellen Raum statt in Eupen (B) stand traumasensitives Arbeiten im Mittelpunkt. Grundlegend ist das Wissen um die Faktoren der Verwundbarkeit und die psychischen Ressourcen der Lernenden. Daraus pädagogische Ideen zu entwickeln und mit Menschen nach Traumata im Kurskontext zu arbeiten ist möglich. Zeit-Dimensionen richtig zu stellen und körperliche Grenzen zurückzugewinnen sind hilfreiche Ansatzpunkte. Klare Informationen und klare Strukturen im Kursgeschehen bieten den Teilnehmenden Unterstützung. Die Gewissheit, sicher zu sein verschafft den Lernenden psychische Entlastung. Alles in allem: achtsames pädagogisches Handeln ist das A und O in diesem Zusammenhang.

Das Projekt hat sich noch in einer zweiten Hinsicht gelohnt: die Lehrkräfte-Austausche ermöglichten innerhalb des Basisbildung-Teams einen umfassenden fachlichen Austausch abseits des Tagesgeschäftes. Somit konnten die LernbegleiterInnen selbst Verbindung zu eigenem Vorwissen herstellen, Kontrolle über ihren Lernprozess gewinnen und Teil einer lernenden Gemeinschaft werden. Sie konnten Gehirn-gerechtes Lernen selbst erfahren.

Eckdaten des Projekts:
Pimp Up Your Brain
Erasmus+ Projekt
Start: 05.11.2018
Ende: 04.11.2020 + 6 Monate Verlängerung: 04.05.2021

Kooperationspartner(innen) des VHS-Bildungsinstitut VoG:

BHW (Bildung hat Wert (Österreich),
VHS Landesverband Sachsen-Anhalt (Deutschland)
Gefördert durch das Erasmus+-Programm der Europäischen Union.

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